Warum Hochwasserschutz am Haus immer wichtiger wird und wie wasserdichte Fenster und Türen vor Hochwasser schützen sowie die Sicherheit erhöhen.
Durch den Klimawandel kommt es immer häufiger zu extremen Starkregenereignissen. Dadurch gewinnt Hochwasserschutz am Haus zunehmend an Bedeutung. Während extremer Unwetter mit starken und langanhaltenden Regenfällen sind normale Fenster und Türen teilweise nicht mehr ausreichend, um das Haus vor ungewolltem Wassereintritt zu schützen. Für diese Fälle braucht es spezielle Hochwasserschutz-Fenster und -Türen, die die Wahrscheinlichkeit, dass das Haus selbst bei extremem Starkregen trocken bleibt, deutlich erhöhen.
Hochwasser gefährdet Gebäude immer häufiger
Die Belastungen durch Hochwasser sind vielfältig. Bei langsam steigendem Wasser treten in der Regel durch den Wasserdruck nur moderate mechanische Belastungen auf. Bei fließendem Wasser wie Flüssen oder gar durch angeschwemmtes Treibgut sind die Belastungen deutlich höher und erfordern den Einsatz spezieller Schutzmaßnahmen. Mehr zum Hochwasserschutz und warum Flüsse mehr Platz brauchen, hören Sie im ARD-Podcast 11KM.
Hochwasser tritt jedoch schon seit Jahren nicht mehr nur im direkten Umfeld von Flüssen und Bächen auf. Denn bei lokalen Starkregenereignissen (Sturzfluten) führt immer häufiger auch Oberflächenwasser zu Überschwemmungen. Dadurch kann jedes Haus mit einem ungünstigen Gefälle von lokalem Hochwasser betroffen sein. Das weckt bei vielen Immobilienbesitzern den Wunsch nach einem verlässlichen Schutz, wie beispielsweise wasserdichten Kellerfenstern oder Hochwasserschutz für Kellertüren.
Erklärungen der wichtigsten Begriffe aus den Themenfeldern Wasser, Hochwasser und Hochwasserschutz sind in unserem Glossar zu finden.
Markierung von Hochwasser-Risikogebieten
Die Landkreise, Städte und Kommunen erstellen zur Zeit flächendeckende Hochwassergefahrenkarten und Starkregenkarten, auf denen Risikobereiche ausgewiesen werden, und erarbeiten geeignete Maßnahmen bzw. Notfallpläne zum Schutz vor Hochwasser und Starkregen.
In Bayern wurde beispielsweise die digitale Hinweiskarte Oberflächenabfluss und Sturzflut entwickelt, die sehr detailliert (bis zur Ebene von Flurkarten) die Risikobereiche für mögliche Überflutungen infolge von Starkregen aufzeigt. Besonders gefährdet sind Geländesenken und Aufstaubereiche. Die Karte wurde auf der Basis eines digitalen Geländemodells erstellt und in Zusammenarbeit mit den Gemeinden validiert. So ist es möglich, das Risiko und damit den nötigen Hochwasserschutz beim Neubau, der Sanierung von Gebäuden oder beim Immobilienkauf zu berücksichtigen.
Hinweise zu Hochwasserschäden
Bei gewöhnlichem Schlagregen können auch „normale“ Fenster den Wassereintritt ins Haus verhindern bzw. begrenzen. Hochwasserereignisse führen aber nicht immer nur zu Wassereintritt durch Regen, sondern haben vielfältige Schadensbilder, beispielsweise:
- Stauwasser,
- in Hohlräume der Fensterkonstruktionen eintretende Feuchtigkeit oder
- Verschmutzungen des Wassers durch Fäkalien oder Heizöl.
Wassereintritt ins Haus kann schwerwiegende Folgen haben:
- Bei Stauwasser sind handelsübliche Fenster in der Regel nicht ausreichend, um zu verhindern, dass Wasser ins Haus gelangt.
- Auch feuchteunempfindliche Baustoffe zeigen Schäden, beispielsweise Beeinträchtigungen durch Gerüche und Schimmelpilze sowie sonstigen Emissionen in die Raumluft.
- Fenster können unbrauchbar werden. Trotz Trocknung, Reinigung und Instandsetzung von Bauelementen ist eine Sanierung dann oft nicht mehr möglich. Das gilt in gleichem Maße für den Baukörperanschluss.
- Bei einer Gebäudesanierung und Nachrüstung mit hochwasserbeständigen Konstruktionen, wie Hochwasserschutz-Fenstern und Hochwasserschutz-Türen ist eine fachkundige Planung gefordert, die häufig auch Anpassungen am Gebäude notwendig macht.
Hochwasserschutz mit Fenstern und Türen
Fenster, Kellerfenster und Türen mit Hochwasserschutz sind Spezialkonstruktionen, die neben den üblichen Anforderungen an die Funktion oder den Wärme-/Schallschutz erweiterte Schutzfunktionen übernehmen und vor allem als kleinformatige Kellerfenster verfügbar sind. Durch den Einbau von wasserdichten Kellerfenstern kann das Risiko von Wasser im Keller nach Starkregen deutlich reduziert werden. Die Entwicklung großformatiger Konstruktionen für Hochwasserschutz-Fenster und -Fenstertüren, die wie „normale“ Fenster im Erdgeschoss eingesetzt werden können, beginnt erst. Möglich sind auch wirksame Kombisysteme aus Fenstern mit Entwässerungssystemen und temporären Schutzelementen, die bei Gefahr aktiviert werden. Durch die steigende Nachfrage von Menschen, die ihr Haus gegen eine Hochwasserkatastrophe schützen wollen, ist mit einer dynamischen Entwicklung zu rechnen. Einen großen Einfluss auf die Marktentwicklungen haben dabei die Versicherer und deren Bereitschaft, Gebäude ohne Schutzelemente überhaupt noch gegen Elementarschäden zu versichern.
Die Wirtschaftlichkeit von Hochwasserschutz kann berechnet werden.
FAQ - Häufige Fragen zu Hochwasserschutz
Früher waren Hochwasserkatastrophen in Deutschland noch eine teure Ausnahme. Von Überschwemmungen mit Wasser im Haus waren - wenn überhaupt - nur Häuser betroffen, die unmittelbar an einem Fluss oder Bach liegen. Durch den Klimawandel haben sich die Zeiten aber rasant geändert. Hochwasserereignisse durch lokalen Starkregen werden immer häufiger und auch extremer. Gefährdet sind nicht mehr nur Häuser in der Nähe von Bächen oder Flüssen, sondern alle Häuser mit einem Gefälle zum Haus hin. Daher sollten Hausbesitzer geeignete Maßnahmen hinsichtlich Hochwasserschutz ergreifen, um zu verhindern, dass bei Starkregen und Hochwasser Wasser ins Haus gelangt. Wasserdichte Kellerfenster, Fenster und Türen können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten.
Bei gewöhnlichen Regenfällen bietet jedes normale Fenster einen ausreichenden Schutz vor Wassereintritt ins Haus. Bei Starkregen verhindern normale Fenster in der Regel, dass Regen direkt ins Haus gelangt. Allerdings ist bei Hochwasserereignissen nicht der Regen selbst das große Problem, sondern vor allem anstauendes Oberflächenwasser, welches gegen die Fenster drückt. Der hohen Belastung durch Stauwasser können normale Fenster daher nicht mehr standhalten. Spezielle Fenster, Kellerfenster und Türen mit Hochwasserschutz bieten in solchen Fällen einen deutlich besseren Schutz vor eindringendem Wasser.
Kellerfenster, Fenster und Türen mit Hochwasserschutz sind Bauelemente, die gemäß der ift-Richtlinie FE-07/3 „Hochwasserbeständige Abschlüsse – Fenster, Türen und Tore sowie Rollläden“ geprüft wurden und die Prüfung bestanden haben. In der Regel haben die Konstruktionen verstärkte Fensterprofile, Beschläge, ein Sicherheitsglas und spezielle Dichtungen, um dem erhöhten Wasserdruck bei Hochwasser zu widerstehen. Sehr wichtig ist auch eine sorgfältige und fachgerechte Montage und Abdichtung des Fensters zur Hauswand, damit auch diese Schwachstelle dicht bleibt. Um eine dauerhafte Sicherheit zu gewährleisten, sollten die Fenster und Türen regelmäßig gewartet werden.
Neben Kellerfenstern, Fenstern und Türen mit Hochwasserschutz können auch wirksame Kombisysteme eingesetzt werden, bei denen Fenster und Türen mit Entwässerungssystemen und temporären Schutzelementen kombiniert werden, die bei Gefahr aktiviert werden. Natürlich ist bei Hochwasserereignissen auch der temporäre Einsatz von Schutzwänden und Sandsäcken möglich. Allerdings sind diese Schutzmaßnahmen bei Abwesenheit (Urlaub, Arbeit etc.) nicht möglich.