Ermittlung Überschwemmungsrisiko Gebäude

Die Abschätzung des lokalen Überschwemmungsrisikos kann auf Basis von Gefahrenkarten und Checktools erfolgen.

Karte von Rosenheim inklusive farbig markierter Gebiete mit erhöhtem Überschwemmungsrisiko
Bild 1: Sturzflutkarten zeigen auf Ebene von Flurkarten das Überschwemmungsrisiko bei Starkregen. Das gilt insbesondere für Geländesenken und Aufstaubereiche, hier die Bereiche lila/cyan im Stadtgebiet von Rosenheim (Bild: Digitaler Umwelt-Atlas Bayern – https://s.bayern.de/hios)

Immobilienbesitzer, die wissen wollen, ob ihre Immobilie in einem hochwasser- oder starkregengefährdeten Gebiet liegt, haben mehrere Möglichkeiten, das lokale Überschwemmungsrisiko zu ermitteln, zum Beispiel durch die Nutzung von Gefahrenkarten. In Deutschland stehen für nahezu alle Bundesländer flächendeckende Hochwassergefahrenkarten und Starkregenkarten zur Verfügung.

Außerdem bietet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen Hochwasser-Check an.

Somit kann jeder Immobilienbesitzer ermitteln, ob es sich lohnt, für das eigene Haus spezielle Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser zu ergreifen.

Wirtschaftlichkeit von Hochwasserschutz

Gefahrenkarten Hochwasser und Starkregen

Die Einschätzung des lokalen Hochwasserrisikos stützt sich auf Kartenwerke unterschiedlicher Institutionen, was zu mehreren Problemen führt. Eine zentrale Herausforderung ist die föderale Heterogenität: Jedes Bundesland erstellt eigenständig Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten und verwendet dabei unterschiedliche Methoden, Maßstäbe sowie Aktualisierungsintervalle. Dies erschwert sowohl die direkte Vergleichbarkeit der Daten als auch deren überregionale Zusammenführung und Auswertung. Hinzu kommt die Unübersichtlichkeit der Darstellungen, da variierende Farbskalen, Legenden und Rastergrößen die Interpretation der kartographischen Inhalte erschweren.

Zu sehen ist ein Screenshot der Hochwassergefahrenkarte für Bayern, in dem die Wassertiefe am Hauptstandort des ift Rosenheim im Falle eines extremen Hochwasserereignisses dargestellt wird.
Bild 2: Die Hochwassergefahrenkarte Bayern zeigt für jeden Ort in Bayern die Wassertiefe bei einem Hochwasserereignis (Bsp. Kastenau für ein extremes Hochwasserereignis), Quelle: https://www.umweltatlas.bayern.de/mapapps/resources/apps/umweltatlas/index.html?lang=de
Zu sehen ist ein Screenshot der Gefahrenkarte Hochwasser Deutschland, in dem die Wassertiefe am Hauptstandort des ift Rosenheim im Falle eines Hochwasserereignisses mit niedriger Wahrscheinlichkeit dargestellt wird.
Bild 3: Die bundesweite Hochwassergefahrenkarte der BfG zeigt für jeden Ort in Deutschland die Wassertiefe bei einem Hochwasserereignis (Bsp. Kastenau für ein Hochwasser mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von HQ ≥ 200), Quelle: https://geoportal.bafg.de/karten/HWRM_Aktuell/

Hochwassergefahrenkarten

Für Deutschland existieren sowohl eine bundesweite Hochwassergefahrenkarte der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) als auch eigenständige landesweite Hochwassergefahrenkarten für die einzelnen Bundesländer, die auf den Seiten der entsprechenden zuständigen Landesämter sowie teilweise auch im Geoportal des BKG verfügbar sind.

Weitere Informationen zu Hochwassergefahrenkarten, inklusive einer Erklärung der Nutzung von Hochwassergefahrenkarten und einer Übersicht über alle verfügbaren Hochwassergefahrenkarten für Deutschland, finden Sie hier:

Hochwassergefahrenkarten

Starkregenkarten

Für Deutschland existieren für einen Großteil der Bundesländer einheitlich aufbereitete, landesspezifische Starkregengefahrenkarten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG), abrufbar im Geoportal des BKG.

Außerdem haben einige Bundesländer, darunter auch Bayern, eigenständig spezielle Starkregenkarten erstellt, die sich zum Teil deutlich von den Karten des BKG unterscheiden.

Weitere Informationen zu Starkregenkarten, inklusive einer Erklärung der Nutzung von Starkregenkarten und einer Übersicht über alle verfügbaren Starkregenkarten für Deutschland, finden Sie hier:

Starkregenkarten

Zu sehen ist der Screenshot der Starkregengefahrenkarte NRW des BKG mit dem Beispiel Bielefeld. Nähere Informationen zur Darstellung erhalten Sie auf Anfrage unter +49 8031 261-2150.
Bild 4: „Sturzflutkarte“ im Geoportal des BKG zeigt detailliert gefährdete Bereiche mit Überschwemmungshöhen sowie Fließwege (Straßen, Wege) mit Fließgeschwindigkeiten. (Bsp. Bielefeld für ein „außergewöhnliches Niederschlagsereignis mit 40 l/h), Quelle: https://geoportal.de/Themen/Klima_und_Wetter/1_Starkregen.html
Zu sehen ist ein Screenshot mit den Ergebnissen des Hochwasser-Checks für die Adresse Theodor-Gietl-Straße 7 in Rosenheim.
Bild 5: Ergebnisse des Hochwasser-Checks des GDV für den Hauptstandort des ift Rosenheim, Quelle: https://www.dieversicherer.de/versicherer/wohnen/hochwassercheck

Der Hochwasser-Check des GDV

Der Hochwasser-Check des GDV ist ein webbasiertes Tool, das eine schnelle, adressgenaue Risikoabschätzung für Starkregen, Überschwemmungen durch Flüsse sowie Rückstau ermöglicht. Die Datengrundlage stammt unter anderem vom DWD sowie von regionalen Hochwasserämtern. Insgesamt werden in der Anwendung mehr als 22,4 Millionen Adressen in Deutschland abgedeckt.

Nach Eingabe einer konkreten Adresse erhalten Nutzerinnen und Nutzer eine visuelle Darstellung des ermittelten Hochwasser- und Starkregenrisikos in Form eines Farbbalkendiagramms. Die Risikoskala reicht von „unwahrscheinlich“ bis „stark gefährdet“.

Ergänzend werden weitere Informationen bereitgestellt, darunter:

  • die Anzahl der registrierten Starkregenereignisse in der Region,
  • das stärkste seit 2002 erfasste Elementarereignis und
  • der teuerste gemeldete Schaden im Einfamilienhausbereich.

Nutzung des Hochwasser-Checks

Die Nutzung des Hochwasser-Checks ist kostenlos, erfordert keine Registrierung und bietet zusätzlich leicht verständliche Präventionstipps. Das Tool wird häufig in Webseiten von Versicherungsvermittlern eingebettet und dient als Grundlage für Beratungsgespräche oder erste Einschätzungen zum Absicherungsbedarf.

Eine ähnliche Funktionalität bietet die Wohnort-Risikobewertung der Allianz-Versicherung, die ebenfalls über eine adressgenaue Analyse Auskunft zum Risiko von Extremwetterereignissen wie Überschwemmung, Sturm, Brand oder Erdbeben gibt.

Wesentlich ist, dass der Hochwasser-Check des GDV kein Verkaufsportal ist. Über das Tool lassen sich keine Versicherungsprodukte direkt abschließen; es dient ausschließlich der Information über bestehende Risiken. Nutzerinnen und Nutzer erhalten Empfehlungen, beispielsweise zur baulichen Vorsorge oder zum Abschluss einer Elementarschadenversicherung, werden jedoch nicht unmittelbar zu einem Vertragsabschluss weitergeleitet.